NICHT KULTURELLER WANDEL SONDERN KULTURELLE SPALTUNG

Sonntag, 26. Juli 2015 um 00:00 Uhr

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(Originaltitel: Not Cultural Change but Cultural Division)

Frank zitiert Deborah Arnott, die Antiraucher-Päpstin von Großbritannien, die kürzlich in einem Blatt namens "New Scientist"[!] Folgendes zum Besten gegeben hat:
»Ein Brief eines nichtrauchenden Strafgefangenen mit Lungenkrebs, bestürzt darüber, dass er gezwungen war, seine Zelle mit Rauchern zu teilen, überzeugte mich, dass das Rauchen im Gefängnis ein Menschenrechtsthema ist. Mehr noch als an öffentlichen Orten wie Kneipen, denn die Gefangenen haben ja nicht die Wahl, ob sie sich dort aufhalten wollen oder nicht.«

Frank:
"Rechte, dachte ich, wären etwas, was jeder hat. Aber in diesem Fall scheint ein Gefangener alle Rechte zu haben, und der Rest kann zum Teufel gehen.

Falls (oder, wie es aussieht: wenn) das Rauchen in den Gefängnissen verboten wird, werden rauchende Häftlinge ganz einfach dazu gezwungen, es aufzuhören. Und selbst Arnott gibt zu, dass um die 80% der Häftlinge Raucher sind. Das bedeutet dann gleichzeitigen Entzug für mehr oder weniger die gesamte Gefängnisbelegschaft. Ich kann mir kaum ein besseres Rezept für Aufruhr vorstellen als eine solche zusätzliche Strafe."

Frau Arnott endet mit den Worten:
»Der kulturelle Wandel, der überall sonst in der Gesellschaft stattgefunden hat, muss auch in die Gefängnisse Einzug halten, so dass Insassen und Personal die Schädigung durch Passivrauch nicht mehr in Kauf nehmen müssen. Danach werden wir uns, genauso wie bei den rauchfrei gewordenen Kneipen, alle fragen, worum es bei dem ganzen Getue überhaupt ging.«

Frank:
"Echter kultureller Wandel ist etwas, was sich im Lauf der Zeit nach und nach abspielt, wenn Einzelpersonen sich dazu entscheiden, ihre Überzeugungen und Gewohnheiten zu ändern. Die Einführung drakonischer Rauchverbote, ob nun im Gefängnis oder in der Gesellschaft insgesamt, setzt sich über persönliche Entscheidung hinweg und steht somit echtem kulturellen Wandel entgegen."

Und sollte das Rauchverbot gelockert werden, z.B. durch die Einführung von Raucherräumen in Pubs (wie von der wie von der britischen Partei UKIP vorgeschlagen), wird die Spaltung der Kultur erst richtig zu sehen sein, sagt Frank.
Raucher werden sich weiterhin zu Rauchern gesellen, Antiraucher zu Antirauchern. "Denn was einmal eine einheitliche Kultur war, ist in zweierlei (verfeindete) Kulturen auseinandergebrochen."

"Es ist also kein kultureller Wandel, was wir seit der Verhängung des Rauchverbots vor 8 Jahren erlebt haben, sondern eine kulturelle Spaltung. Wo es nach Kulturwandel aussah, tat es das nur, weil das Trugbild einer allgemeinen Zustimmung aufgebaut wurde - bei völliger Ignorierung der Raucher.
Leute wie Deborah Arnott konnten die Illusion einer kulturellen Solidarität bisher sehr erfolgreich aufrecht erhalten - diese aber gibt es nicht mehr. Es wird unmöglich werden, die Risse in der Kultur zu übertapezieren."

Und irgendwann wird es den Leuten dämmern, dass anstatt eines "Kulturwandels" eine kulturelle Katastrophe stattgefunden hat.

Original: https://cfrankdavis.wordpress.com/2015/07/26/not-cultural-change-but-cultural-division/

FB-NWR: https://www.facebook.com/groups/NetzwerkRauchen/permalink/10152857516141595/

Frank Davis auf der Netzwerk Rauchen - Facebook-Gruppe: https://www.facebook.com/groups/NetzwerkRauchen/search/?query=frank%20davis